Andreas Otter
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Cover: Mathilda

Endzeitroman

Mathilda

»Wenn die Welt gefriert, beginnt dein größter Kampf.«

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Klappentext

Nach einem Streit mit ihrem Vater Achim reist die achtzehnjährige Emma mit ihrem Freund aus Norddeutschland in die österreichischen Berge. Währenddessen berichten die Medien, dass der nahende Asteroid Mathilda nicht gestoppt werden konnte und unaufhaltsam auf die Erde zurast.

Der Einschlag löst eine katastrophale Kettenreaktion aus: Teile Europas werden durch einen Tsunami sowie verheerende Erdbeben in einen apokalyptischen Zustand versetzt.

Entsetzt muss Achim erkennen, dass die Suche nach seiner Tochter ihn durch eine Welt führt, die nichts mehr mit der gemein hat, die er kannte. Und auch für Emma ist jeder Tag in völliger Einsamkeit ein verzweifelter Kampf auf Leben und Tod.

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Kapitel 1

hellomathilda

Außer sich vor Wut knallte Emma die Haustür zu. Es war ihr egal, was ihr Vater dachte, denn auch dieser Disput hatte so geendet wie alle anderen zuvor: mit einer flüchtenden Tochter. Einzig und allein ihre Mutter, die die Streitigkeiten zwischen ihr und ihrem Vater hatte miterleben müssen, tat ihr leid. Vielleicht war nun der beste Zeitpunkt, all das hinter sich zu lassen, und eventuell würde sie sich sogar eine neue Handynummer besorgen, um nicht mehr von ihm behelligt zu werden.

Eilig lief sie über die Straße, öffnete die Beifahrertür des Autos und stieg ein. Erst als sie einige Strähnen ihres blonden Haares aus dem Gesicht strich, fühlte sie, dass sie feucht waren. Offenbar hatte sie geweint, ohne es gemerkt zu haben. Seltsamerweise hoffte sie, es nicht schon vor ihrem Vater getan zu haben, denn ihr wäre es unangenehm, ihre Schwäche gezeigt zu haben.

»Es ist zum Kotzen!«

»Okay!«, sagte Paul nur.

Am Blick ihres Freundes erkannte sie, dass er genau mit diesem Ergebnis gerechnet hatte. Doch warum zum Teufel musste er sogar jetzt einen Joint in der Hand halten? Wenigstens hatte er ihn noch nicht angezündet, sonst würde sie das Auto augenblicklich wieder verlassen.

»Fahren wir?«, wollte er wissen.

»Ja.«

»Zu mir?«

»Wohin sonst? Und steck das Ding weg!«

Paul klemmte tatsächlich den Joint hinter sein Ohr und startete den Motor. Dabei sah Emma noch einmal aus dem Fenster in Richtung ihres Elternhauses. Vater war ihr nicht gefolgt, es schien nicht einmal jemand aus dem Fenster zu sehen. In diesem Moment fragte sie sich, ob sie darüber froh oder wütend sein sollte, aber es war eher Enttäuschung, die sie spürte. Sie hatte sich vorgenommen, es ihnen heute zu sagen, endlich zu offenbaren, was sie in einigen Tagen tun würde, denn mittlerweile fühlte es sich an, als würde die Klinge eines Messers in ihrem Bauch herumstochern. Da ihr Vater aber wieder einmal grundsätzlich gegen Paul und dagegen gewettert hatte, dass sie in seinen Augen keiner »vernünftigen« Ausbildung nachging, hatte sie es ein weiteres Mal verworfen. Schließlich schwenkte sie ihren Blick zu Paul. Zwei Zöpfe seiner Rastalocken hingen über seine Schultern, die anderen wirr in sämtliche Richtungen. Zu ihrer Überraschung musste sie jetzt daran denken, wie sie ihn kennengelernt und sich innerhalb weniger Stunden in sein charismatisches Gesicht verliebt hatte. Die Rastafrisur war von Anfang an ein Symbol der Freiheit gewesen, auch sein Gitarrenspiel war Inbegriff ferner Reisen, Unabhängigkeit und Widerstand. Im Grunde genommen konnte sie ihm keine Vorwürfe machen. Selbst, wenn er zu kiffen aufhören würde, wäre ihr Vater gegen ihn. Er hatte keinen Job, lebte im Haus seiner Schwester und machte auf den Straßen für Geld Musik.

Emma hatte das Gefühl, dass Paul sie belächelte, weil sie die Fachoberschule beendet hatte und damit in seinen Augen den Anforderungen eines Systems folgte, die ihr die Gesellschaft aufzwang. Für ihn war das alles Spießertum. Er misstraute allem und jedem, vor allem den Medien und der Regierung. Und er glaubte an beinahe jede Geschichte, die sich von offiziellen Berichten unterschied, an Falschmeldungen, die ihrer Meinung nach von Verschwörungstheoretikern nur deshalb in die sozialen Netzwerke gestreut wurden, um Aufmerksamkeit zu erregen. Doch er war nicht nur Quertreiber, sondern ein wunderbarer, einfühlsamer und vor allem geduldiger Mensch. Und: Sie spürte, dass er sie liebte, an jedem einzelnen Tag.

Als Paul in die Straße einbog, in der er wohnte, schloss sie die Augen. Wieder dachte sie an ihre Mutter, die vermutlich sehr unter Emmas angespanntem Verhältnis zu ihrem Vater litt. Und trotz ihrer Wut hoffte sie, schon bald wieder das Lachen ihres Vaters zu sehen und zu hören. Sie wünschte sich, dass er sie vermisste, und noch mehr hoffte sie, eines Tages wieder mit ihrer Mutter unbeschwert quatschen zu können.

In der Wohnung angekommen, ging Paul zuerst auf den Balkon, um seinen Joint zu rauchen, bevor er sich dann vor den Computer setzte, um sich für Emmas Verständnis in atemberaubender Geschwindigkeit durch irgendwelche Seiten im Internet zu klicken. Emma war viel zu aufgewühlt, um sich zu ihm zu setzen. Immer wieder sah sie auf ihr Handy, doch es gab keine verpassten Anrufe. Vielleicht sollte sie ihre Eltern doch anrufen?

Kaum war der Gedanke zu Ende gedacht, schüttelte sie den Kopf. Nein, Vater war an der Reihe, er war immer wieder laut geworden und er war es gewesen, der ihr mehrmals gesagt hatte, dass Paul niemals auch nur einen Fuß in sein Haus setzen durfte. Das war eine Kampfansage, die sie so nicht widerstandslos hinnehmen konnte. Was sie aber am meisten traf, war die Tatsache, dass er ihre Reisewünsche als Unsinn abtat. Nur Mutter hatte gesagt, sie solle es jetzt tun, bevor Beziehung und Kind diese Träume für viele Jahre auf Eis legen würden. Das wäre das Signal gewesen, ihnen zu sagen, dass sie in einigen Tagen abreiste, um in Österreich während der Skisaison in der abgelegenen Pension, in der sie einige Male ihren Urlaub verbracht hatten, als Servicekraft zu arbeiten. Paul hatte ihr versprochen, mitzufahren, was ihr die Entscheidung leicht gemacht hatte.

Schließlich ging sie doch zu Paul und sah auf den Bildschirm. Er befand sich gerade auf einer englischsprachigen Seite, auf der eine Zeichnung der Erde abgebildet war. Eine rote Linie führte an der Erde vorbei, die andere mündete in Grönland.

»Meinst du, daran ändert sich noch etwas?«, wollte sie wissen. »Ich meine, was ist, wenn sie es nicht schaffen?«

»Dann schlägt das Ding ein. Schau dir mal das an!«

Er öffnete ein weiteres Fenster, auf dem eine ähnliche Zeichnung abgebildet war, jedoch gab es hier eine computeranimierte Schilderung, die zu erklären versuchte, in welchem Winkel die vor vier Monaten ins All geschossene Sonde den Asteroiden treffen musste, damit dieser seine Bahn änderte.

»Krass, oder? Ich meine, wie berechnen die einen solchen Scheiß? Da geht’s um Millionen Kilometer.«

Emma schüttelte nur den Kopf. Sie hatte keine Lust, sich wie Paul ewig mit dem Asteroiden zu beschäftigen. Er musste an der Erde vorbeirauschen – nur das zählte. Oder besser gesagt: Sie musste.

Eigentlich hieß er wohl 2015 MT7, doch im vergangenen Jahr hatte man dem riesigen Ding in einer medienwirksamen Veranstaltung den Namen Mathilda verpasst. Und schon damals hatte Emma sich gefragt, warum es unbedingt ein Frauenname sein musste. Kam für die Herren der Schöpfung alles Schlechte noch immer von der weiblichen Seite? Warum nicht Axel oder George? Paul hatte einmal gesagt, es würde ihn wundern, dass die Entdecker nicht auch noch versucht hatten, sämtliche Marketingrechte für Mathilda für sich zu beanspruchen.

Nun freute sie sich auf das Bild eines möglicherweise nahe vorbeifliegenden Asteroiden. Sicherlich würde ein Schweif zu sehen sein, vielleicht auch ein leuchtender Himmelskörper, der in allen Farben funkelte. Die letzte totale Sonnenfinsternis im Jahr 1999 hatte sie nicht miterlebt, aber Vater hatte ihr erzählt, es wäre ein nationaler Ausnahmezustand gewesen. Niemals zuvor wären derart viele Menschen mit Schutzbrillen, Okularen und präparierten Ferngläsern auf den Straßen und Feldern gewesen wie damals, den ganzen Tag über hatten die Fernseh- und Radiosender fast ausschließlich über dieses einzigartige Ereignis berichtet.

Wieder schweiften ihre Gedanken ab und landeten bei ihrem Vater. Wie konnte er nur so wenig Vertrauen in sie haben, wie konnte er annehmen, sie würde nur noch kiffen, saufen und sämtliche Ziele bezüglich einer Berufsausbildung über den Haufen werfen, um auf der Straße zu leben? Sie hatte achtzehn Jahre lang zu Hause gewohnt – offenbar war es ihm nicht gelungen, sie so kennenzulernen, um genau diese Dinge auszuschließen, die er nun für möglich hielt.

Im Hintergrund hörte sie das Klacken von Pauls Feuerzeug, dann das Geräusch kräftigen Ausatmens. Er stand in der offenen Balkontür und sie verzichtete darauf, etwas zu sagen. Trotz ihrer Beziehung war sie nur Gast, und er hatte ihr mehr als einmal angeboten, zu gehen, aber er ließe es sich nicht verbieten. Nicht in seinen eigenen vier Wänden. Dabei waren es die seiner Schwester. Glücklicherweise sollte sich das bald ändern. Wieder sah sie auf das Handy, doch es waren noch immer keine Nachrichten eingegangen. Vielleicht war es besser so. Was hätte es auch gebracht? Eine weitere sinnlose Diskussion mit einem anschließenden Wutanfall ihres Vaters?

Sie würde es ihren Eltern sagen, wenn sie in Österreich angekommen waren, nicht davor. Keinesfalls würde sie sich überreden lassen, hierzubleiben.

Doch er rief ja nicht einmal an.

Nervös lief Achim wie ein Raubtier im Kreis herum. Er hatte sich seit drei Tagen nicht rasiert, und der ungewohnte Bart juckte.

Er vermisste Emma. Trotzdem hatte er es nicht gewagt, sie anzurufen, obwohl der Streit nun drei Tage zurücklag. Nie zuvor hatte es eine derart lange Funkstille zwischen ihnen gegeben, doch er fühlte sich im Recht. Und er hatte nicht vor, klein beizugeben, auch wenn er sie vermisste. Was fand sie nur an diesem Taugenichts? Achim hatte ihn noch nie leiden können und fragte sich seit Monaten, warum ausgerechnet dieser Typ eine solche Anziehungskraft auf seine Tochter ausübte. Zusätzlich waren es ihre Reisewünsche, die ihn störten, und das ausgerechnet mit Paul. Ja, sie war achtzehn, und ja, sie hatte die Fachoberschule erfolgreich abgeschlossen. Aber nun hatte sie doch die Möglichkeit, eine Ausbildung zu beginnen oder zu studieren, statt sich dem Faulenzerleben eines Kiffers anzuschließen. Immer öfter stellte er sich vor, wie sie nicht nur zu kiffen begann, sondern nach und nach zu einem Menschen wurde, dem alles egal war. Sie war doch seine Tochter, und er liebte sie.

Nun aber wurde seine Aufmerksamkeit auf den Fernsehapparat gelenkt. Die täglichen Berichterstattungen über Mathilda hatten nicht nur ihn gelähmt, sondern auch die Gespräche zwischen ihm und seiner Frau oberflächlich werden lassen. Heutzutage konnte man jeden Furz berechnen, doch ob der Versuch geklappt hatte, Mathilda wirklich von ihrer Flugbahn abzulenken, wusste offenbar niemand. Oder man wollte es nicht sagen.

Es gab schon längst Unternehmen, die von der ganzen Sache profitierten. Seit Wochen kauften die Menschen Unmengen Tassen von Mathilda, Armbänder, Kettenanhänger, Postkarten und T-Shirts. Der Umsatz boomte, eine mögliche Gefahr schien den meisten egal zu sein. Es wurden Zeichentrickfilme für Kinder über den Asteroiden gezeigt, auf dem kleine Männchen lebten, die Achim an die Teletubbies erinnerten. Werbung für spezielle Sonnenbrillen und Angebote für Okulare lief in Dauerschleifen über den Bildschirm, es gab Handyspiele, in denen man Mathilda mit riesigen Bomben zerstören konnte, Mathilda-Apps und Bildschirmschoner, Schulranzen und Aufkleber für Autos. Auf sämtlichen sozialen Netzwerken konnte man unendlich viele Spekulationen lesen, wie der Asteroid wohl aussehen würde, dazu fragwürdige Aufzeichnungen von Diskussionen einiger Astronomen, die sämtliche Szenarien durchspielten, die ein Impact hervorrief. Unter #wavetomathilda, #donthitus, #greetotherlive oder #lovelyfireball gab es irrsinnige Zusammenfassungen Tausender Schüler und Studenten, die ihre Ängste, aber noch viel mehr ihre Wünsche und Hoffnungen angaben, bis hin zum Wunsch, dass eine außerirdische Macht in Form von intelligenten Keimen der Menschheit medizinische Quantensprünge ermöglichte. Teilweise wurden auch interessante Diskussionen unter #mindthemeteor, #trustinmathilda oder #mathildasjourney geführt, die Achim interessiert verfolgte. Letztendlich dienten sie aber ebenso als Plattform für all die Fanartikel, die die Industrie in Massen anbot, um aus dem Spektakel den größtmöglichen Gewinn zu erzielen.

Die Unternehmen hatten Glück, dass es nicht direkt Europa treffen würde, sondern Grönland, und dort gab es nicht allzu viele Einwohner, die von den gigantischen Einnahmen ausgeschlossen waren.

Etwas später trat Beate zu ihm. »Ich kann nicht schlafen.«

Achim nickte nur, war aber froh, dass seine Frau ihm Gesellschaft leistete. Mittlerweile berichteten nicht nur die Nachrichtensender, sondern auch die öffentlich-rechtlichen sowie viele der privaten Sender über das Spektakel. Mit jedem Tag wurde das Ereignis medienwirksamer präsentiert, somit zählten sich die TV-Sender ebenfalls zu den Gewinnern. Und weil am morgigen Tag Silvester war, konnte es wohl keinen besseren Zeitpunkt geben. Am Abend vor dem Einschlag würde die ganze Welt Raketen in die Luft schießen, die mit dem Bild eines Asteroiden verziert waren.

Achim stellte sich vor, dass auch Emma vor dem Fernseher saß. Eine Moderatorin sprach mit einem amerikanischen Raumfahrtspezialisten und einem Mitarbeiter der ESA, die zum wiederholten Male erklärten, wie groß Mathilda war, wie schnell sie flog und aus wie viel Prozent Eisen sie vermutlich bestand. Dazwischen wurde reichlich Werbung gesendet. Achim wusste, dass es in erster Linie eine Medieninszenierung mit dem Ziel war, möglichst viele Einnahmen zu generieren. Und er fragte sich, ob die Medien ebenso versuchen würden, aus Mathilda Kapital zu schlagen, wenn sie nicht Grönland, sondern Europa oder Nordamerika ansteuern würde.

In drei Tagen würde der Asteroid an ihnen vorbeifliegen, danach wäre all das endlich vorbei.

Nachdem er sich ein Bier geholt hatte, sah er wieder in den Fernseher.

»Wir müssen reden«, sagte Beate. Achim hatte es längst erwartet, also blickte er sie erwartungsvoll an. »Du kannst Emma nicht länger bevormunden.«

»Tue ich doch gar nicht! Und wenn, dann vergiss nicht, dass sie gerade erst achtzehn geworden ist.«

»Ja und? Möchtest du sie komplett aus unserem Leben treiben?«

»Natürlich nicht. Ich kann den Jungen aber nicht ausstehen. Akzeptierst du eine Sozialleiche an ihrer Seite? Die Straßen sind voll von Typen, die keine Ahnung vom Leben haben, aber ihr Mundwerk aufreißen.«

»Sozialleiche? Achim, wir wissen nicht, ob Paul ein Nichtsnutz ist, und du hast in dem Alter wohl auch nicht allzu viel Ahnung gehabt, oder? Sie ist glücklich, also solltest du es auch sein.«

Mit hochgezogenen Augenbrauen trank Achim wieder einige Schlucke. Er hatte nie vorgehabt, seine Tochter aus seinem Leben zu verbannen.

»So riskieren wir, dass sie irgendwann mit ihm abhaut. Dann haben wir gar keinen Zugriff mehr, nicht einmal mehr Informationen. Schlimmstenfalls müssen wir da jetzt einfach durch, ob es dir passt oder nicht. Wir können ihre Freunde nicht aussuchen, und auch nicht den Wunsch in ihr begraben, nun flügge zu werden. Sie muss ihre Erfahrungen machen, das hast du nicht weniger getan als ich und alle anderen unseres Alters. Es wird ihr Selbstvertrauen geben, und es ist eine völlig normale Ablösung vom Elternhaus.«

»Ich weiß.«

»Dann ruf sie an. Entschuldige dich.«

»Soll ich diesen Idioten vielleicht noch mal einladen? Das eine gemeinsame Essen damals hat mir gereicht.«

»Nein, das musst du nicht. Du musst ihn nicht mögen, aber du solltest deiner Tochter zeigen, dass du sie magst – egal, mit wem sie zusammen ist. Und dass du es gutheißt, dass sie sich ablöst.«

Für einige Augenblicke starrte er Beate an, ließ seinen Blick dann aber sinken. Selbst wenn er gewollt hätte – er konnte es nicht akzeptieren, Emma zukünftig nicht mehr in seinem Haus zu haben, und in Situationen wie diesen erkannte er, dass seine Vaterliebe egoistische Züge angenommen hatte. Dabei war es noch gar nicht so lange her, dass er sie auf seinem Arm getragen und ihr die Flasche gegeben hatte. Und nun fasste sie ein anderer an. Ein Trottel, ein Tagträumer, der kiffte und so tat, als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gegessen.

»Ich rufe sie morgen an, heute ist es zu spät.«

»Es ist nie zu spät, das weißt du!«

Seite 1

Hörbuch

Das Hörbuch zum Reinhören

Gesprochen von

Anja Umland, Moritz Brendel und Philipp Engelhardt

Ungekürztes Hörbuch

Hörprobe · 3:03 min

Mit freundlicher Genehmigung von Hörbuchmanufaktur Berlin

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Sofort verfügbar, lesbar auf Kindle-Geräten und in der kostenlosen App.

Taschenbuch

ab 11,99 €

Zum Anfassen, Verschenken, Verleihen. 424 Seiten. ISBN 978-3-7528-7357-3.

Besprochen und bewertet auf Goodreads, ReadO.

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