Andreas Otter
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Cover: Die letzten Tage Sodoms

Endzeitroman

Die letzten Tage Sodoms

»Wenn die Welt zerbricht, zählt nur das Überleben.«

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Klappentext

Gemeinsam mit ihrem Mann Thomas und einem befreundeten Paar gönnt sich Anna eine Woche Auszeit im italienischen Friaul. Doch die Freude über die Bergidylle wandelt sich in jähes Entsetzen.

Verheerende Erdbeben zerstören Nordostitalien, ein Tsunami vernichtet die Küstengebiete. Zwar ist länderübergreifend Hilfe unterwegs, doch die Erde bebt gnadenlos weiter.

Hitze, Wassermangel, schwere Verletzungen sowie fortschreitende Verrohung erzeugen apokalyptische Zustände. Schon bald kämpfen Anna und ihre Begleiter um das nackte Überleben.

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Prolog

Finsternis

Bayerischer Wald, Juli 1998

»Siehst du dort drüben die Bergkette?«

Neugierig folgte Annas Blick dem ausgestreckten Arm ihres Vaters. Direkt vor ihnen lag das Tal, dahinter erhoben sich weitere bewaldete Hügel. Was sollte dort schon anders sein?

»Das ist bereits Tschechien.«

»Ja und? Du hast doch hoffentlich nicht vor, mit uns dorthin zu wandern?« Anna erschrak selbst über den hohen Klang ihrer Stimme. Sie schraubte sich in ungeahnte Höhen, wenn sie wütend oder einfach nur genervt war wie jetzt. Es war ihr einerlei, welches Land zu sehen war, allein die Distanz schreckte sie schon ab.

Annas Mutter lächelte sie mit einem bittenden Blick an. Vaters Miene hingegen blieb todernst. »Warum nicht? Es wird dir dort gefallen. Sie verkaufen da drüben Markenklamotten zu absoluten Schnäppchenpreisen.«

»Billiger als auf den Straßenmärkten bei uns?«

»Viel billiger.«

Anna überlegte kurz. Mit ihren neun Jahren liebte sie Klamotten aller Art, je abgefahrener, desto lieber. Aber dafür kilometerweit durch die Landschaft latschen? »Du machst doch wieder Spaß, oder?«

Liebevoll wuschelte Vater mit der Hand durch ihr Haar. »Aber klar. Du glaubst doch nicht, dass wir hier in der Pampa auf einen Markt stoßen? Aber morgen werden wir mit dem Wagen zum Einkaufen fahren. Mama freut sich schon darauf.«

Ein breites Grinsen auf Mutters Gesicht verriet Anna, dass dieser Marktbesuch als typisches Mutter-Tochter-Ereignis mit reicher Shoppingbeute geplant war. Das lockte sie tausendmal mehr, als durch den Wald zu trampeln und sich von den beiden erklären zu lassen, welcher Vogel wie hieß und welche Fußspuren von welchem Tier stammten. Das war schlimmer als eine Schulstunde und auf einer Öde-Skala von eins bis zehn mindestens eine Acht.

Voller Vorfreude auf den morgigen Tag folgte sie ihren Eltern, ohne noch groß auf die Natur zu achten. In Gedanken sah sie sich schon von einem bunten Verkaufsstand zum nächsten schlendern. Zu schade, dass sie keine Schwester oder zumindest einen Bruder hatte, mit dem sie sich austauschen und ihr eigenes Ding machen konnte.

Von den Eltern bekam sie zwar fast alles, was sie sich wünschte, aber das half nicht immer gegen aufkommende Langeweile. Vater sagte, sie sei vorpubertär, und so, wie er es aussprach, klang es wie eine Krankheit oder etwas anderes Ansteckendes. Wenn zur Pubertät gehörte, dass die Eltern total nervig wurden, war sie mittendrin, auch wenn Mutter meinte, das sei mit ihren neun Jahren etwas verfrüht. Immer wenn das Thema darauf kam, erzählten sie von ihrer eigenen Jugend. Damals sei alles anders gewesen und sie solle froh sein, als Mädchen in der heutigen Zeit zu leben. Blabla.

Anna war so in ihre eigenen Gedanken vertieft, dass sie mal wieder keinen Blick für die Umgebung hatte. Die hohe Steilwand vor sich nahm sie erst wahr, als Vater kurz stoppte und nach oben wies. »Hier geht’s lang, pass gut auf, wo du hintrittst.«

»Echt jetzt? Da soll ich raufkraxeln?« Anna hasste es, wenn Vater sie über die Hänge führte. Was sollte das auch? Es sah doch ohnehin jeder Baum gleich aus.

»Dort oben machen wir Brotzeit«, schlug Vater gut gelaunt vor. »Ab da geht es dann wohl wieder geradeaus weiter.«

»Wohl?« Das klang, als würde Vater sich auch nicht in der Gegend auskennen. Kein Wunder, sie gingen diesen Wanderweg zum ersten Mal.

»Okay, wenn nicht, laufen wir einfach wieder zurück.«

»Warum denn?«, fragte Mutter. »Sie ist neun und nicht zwei. Das Fräulein kann sich ruhig mal anstrengen. Etwas Bewegung tut dieser gehfaulen Generation ganz gut.«

Genervt rollte Anna ihre Augen und stapfte voran. Sollten sich die beiden doch über die sogenannte Generation X, wie Vater ihresgleichen abfällig nannte, unterhalten. Sie hatte keine Lust auf dieses Gelaber. Zudem fand sie es unfair, so betitelt zu werden. Vater hatte keine Ahnung, was dieses X bedeutete. Er glaubte allen Ernstes, es stünde für ›nix‹, weil heutzutage kein junger Mensch irgendetwas auf die Reihe bekäme. Was für eine Frechheit. Sollte er doch jeden Tag früh aufstehen und in die Schule gehen, wo auch nur Unsinn verzapft wurde.

Es dauerte etwa zwanzig Minuten, bis sie oben ankamen. Anna sah, dass es von hier aus tatsächlich fast geradeaus weiterging. Innerlich seufzend fand sie sich damit ab, dass diese langweilige Waldexkursion nach der Vesperpause fortgesetzt würde.

Wie versprochen setzten sie sich auf einen Stein und Mutter verteilte die mitgebrachten Brote und das Obst, das sie in wiederverwendbaren Plastikbehältern mit sich führten.

Anna vertilgte schweigend ihre Portion und bemühte sich, nicht zuzuhören, während ihre Eltern immer noch über die Generation X sprachen. Es war wie immer. Vater beschwerte sich darüber, Mutter würde wie immer pauschalisieren, und Mutter beklagte seine mangelnde Unterstützung, wenn sie sinnvolle Erziehungsbeiträge brachte.

Boah, konnten die zwei nicht wie zuvor mit ihren Naturbeobachtungen nerven?

Anna versuchte wegzuhören und konzentrierte sich auf die Umgebungsgeräusche. Vögel zwitscherten auffallend laut, ein Specht klopfte an einem Stamm, ein Hund bellte komisch. »Die kommen jetzt aber nicht hierher, oder?«, fragte sie, da sie keine Lust auf Fremde hatte.

»Wer sollte kommen?«, fragte Vater.

»Die Leute mit dem Hund.«

»Das war ein Reh. Man nennt es ›schrecken‹, es hört sich nur an wie Hundebellen.«

Wenn Vater das sagte, musste es wohl stimmen, schließlich behielt er bei solchen Dingen meistens recht. Wenn nicht, spürte sie, dass es an ihm fraß, auch wenn er es niemals zugab.

Schon bald meldete sich Annas Darm. Hier draußen ihr Geschäft zu erledigen, war ziemlich doof. Hektisch blickte sie sich um, ob nicht irgendjemand Fremdes sie dabei beobachten könnte. Doch es schien, als gäbe es außer ihnen niemanden weit und breit. »Ich muss mal«, flüsterte sie Mutter zu. »Hast du Taschentücher dabei?«

»Warum bist du denn nicht im Hotel gegangen?«

»Puh, ich muss aber jetzt«, murrte Anna und war heilfroh, dass Mutter ihr den hundertsten Vortrag darüber ersparte, dass man vor einer Wanderung aufs Klo gehen sollte. Stumm reichte Mutter ihr eine Packung Taschentücher. Anna nahm sie an sich und stieg ins Unterholz.

»Du musst nicht so weit weglaufen!«, rief Vater ihr nach. »Dich wird nur ein Eichhörnchen beobachten. Und das erzählt es nicht weiter.«

Wie witzig! Ohne sich umzudrehen, stapfte Anna weiter, möglichst weit weg von diesen peinlichen Eltern. Wenn ein solches Gerede etwas mit dem Alter zu tun hatte, wollte sie nie älter als dreißig werden.

Kopfschüttelnd marschierte sie weiter, bis sie auf einen am Boden liegenden Baumstamm traf. Hinter diesem setzte sie sich und zog die Hose hinunter.

Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie nur noch Tierstimmen hörte. Irgendwo piepste es. Das war wahrscheinlich eine Maus, und das Klopfen des Spechts war viel lauter als zuvor. Zudem war da wieder dieses komische Bellen, das Rehe ausstießen. Sie schreckten, wie Vater es genannt hatte. Was war das überhaupt für ein Wort? Erschreckte das Reh sich selbst, wenn es wie ein Hund bellte?

Als sie sich erleichtert hatte, sah sie in die Richtung der Rehgeräusche. Neugierig folgte sie den Lauten, durchquerte eine enge Aufforstung und betrat schließlich raschelnden Laubboden. Überrascht blieb sie stehen, als vor ihr ein großes Reh mit einem Kitz auftauchte. Unwillkürlich lächelte sie entzückt. Das Kleine war so putzig, dass augenblicklich ihr Herz höherschlug. Anders die beiden Tiere. Als seien sie zu Stein erstarrt, fixierten sie Anna.

Zaghaft machte Anna einen Schritt auf sie zu. Das Laub raschelte, die Rehmutter und ihr Kitz sprangen davon.

»Nein, bitte nicht weglaufen. Ich tue euch doch nichts.« Enttäuscht sah sie den Tieren nach. Sollte sie ihnen folgen oder lieber umkehren und zu den Eltern zurückgehen, die bestimmt immer noch diskutierten? Sie entschied sich, ihr kleines Abenteuer noch ein wenig auszudehnen.

Voller Vorfreude lief Anna an Felsen vorbei, überquerte einen Bach und blieb schließlich auf einer Anhöhe stehen. Wo waren die beiden nur hin? Außer Atem ging sie in die Knie, blickte um sich, sah jedoch keines der Rehe mehr. Angestrengt lauschend, versuchte sie, sich zu orientieren. Nichts war zu hören außer einigen Vögeln. Ein leichter Wind ließ das Laub auf dem Boden friedlich rascheln.

Knackste da nicht etwas?

Leise bewegte sie sich in Richtung des Geräusches, blieb dann aber irgendwann stehen. Hier war nichts. Was, wenn die Rehe den Abhang vor ihr hinuntergelaufen waren? Sie überlegte kurz, entschloss sich dann aber, zu ihren Eltern zurückzukehren. Womöglich machten sie sich inzwischen schon Sorgen, und sie hatte keine Lust auf eine Standpauke.

Enttäuscht kehrte sie um und malte sich aus, wie es wäre, das niedliche Kitz auf dem Schoß zu halten, es zu streicheln, das weiche Fell zu spüren. Warum durfte man Rehe eigentlich nicht als Haustiere halten? Im Wald mussten sie ohnehin dauernd vor dem Jäger oder seinen Hunden fliehen.

Unvermittelt fand sie sich an einer Stelle wieder, die sie nicht kannte. Für einige Momente blieb sie stehen, dachte nach, ging dann aber weiter. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie auf dem richtigen Weg war. Als sie kurz darauf an einer Felswand vorbeikam, die fast senkrecht in die Höhe ragte, blieb sie irritiert stehen. Wo war sie hier?

Sie kehrte um, lief eine Zeit lang immer geradeaus. Am Bach angekommen, glaubte sie, die Stelle zu erkennen, an der sie das Gewässer überquert hatte. Um sicherzugehen, folgte sie dem Bachlauf in einer Richtung. Bestimmt tauchte irgendwann der enge Hain auf.

Sie lief und lief, ohne etwas wiederzuerkennen.

Irgendwann drehte sie sich einmal um ihre Achse, suchte nach einer Landmarke, nach irgendetwas Bekanntem.

»Mama?«, schrie sie schließlich. »Papa?«

Niemand antwortete. Ihr Herz begann heftig zu hämmern. In ihrer Panik rannte sie geradeaus weiter und weiter, bis sie an einen Abhang kam. Von hier aus müsste sie irgendwo ihre Eltern sehen. Nach ihnen Ausschau haltend, lief sie eine Weile an der oberen Kante entlang.

Schließlich blieb sie stehen und brüllte, so laut sie konnte, nach ihren Eltern.

Nichts.

Wieder hörte sie nur die Vögel und das Rascheln des Laubes im Wind.

»Mama! Papa!«

Sie versuchte es noch einmal. So laut sie konnte. Dann lauschte sie in die Stille. Hitze stieg in ihr hoch, sie atmete schnell und hastig, lief weiter. Irgendwo mussten sie doch sein, sie war doch gar nicht so weit weggelaufen. Vielleicht half es, eine noch höhere Stelle aufzusuchen und von dort nach ihnen zu rufen? Sie hastete weiter, bis es wieder bergauf ging, kraxelte die Anhöhe hinauf. Blieb oben angekommen stehen, schrie aus Leibeskräften nach ihren Eltern.

Doch nur die Vögel verstummten für wenige Augenblicke, dann zwitscherten sie weiter und übertönten Annas verzweifeltes Schniefen. Mit dem letzten verbliebenen Taschentuch, das ihr die Mutter mitgegeben hatte, wischte sie die Tränen weg und schnäuzte sich die triefende Nase.

Wo zum Teufel war sie nur? Und warum war hier nirgends ein verdammter Weg, so wie zu Hause alle paar Schritte einer zu finden war?

Sie reckte sich, streckte ihren Rücken und erinnerte sich an Vaters Worte. Herumstehen nutzt nichts. Also lief sie weiter.

Plötzlich vernahm sie ein Klappern, hörte etwas über den Boden rollen. Aufgeregt rannte sie los und sah gerade noch, wie ein Mountainbiker zwischen zwei Bäumen verschwand. Sie hastete ihm hinterher, bis sie ihn an der nächsten Kuppe aus den Augen verlor. Längst war er viel zu weit weg, um ihr Schreien zu hören.

Was jetzt?

Sie setzte sich auf einen Findling und versuchte, sich zu beruhigen. Was täte Vater in ihrer Situation, was würde er jetzt zu ihr sagen? Nicht rasten. Aber sie musste sich ausruhen, nass geschwitzt wie sie war. Außerdem taten ihr die Beine weh.

Mühsam versuchte sie, sich an bekannte Merkmale zu erinnern, an Bäume, Felsen, den Bach. Doch in welcher Richtung sollte sie danach suchen? Sie wusste ja nicht einmal mehr, aus welcher Richtung sie gekommen war.

Die Erkenntnis, dass sie sich verlaufen hatte und hier draußen völlig allein war, raubte ihr kurzzeitig den Atem. Eine eiserne Hand umschloss ihren Magen, bevor sie sich wieder aufraffte und entschied, eine stete Richtung beizubehalten. Sie konnte Vater und Mutter nur finden, indem sie nicht stehen blieb.

Wer rastet, der rostet. Vaters Worte.

Irgendwann verlor sie jedes Zeitgefühl. Es konnten Stunden oder nur Minuten vergangen sein. Weder fand sie einen Weg noch einen weiteren Radfahrer. Sie rief immer seltener, dafür lauter und schriller als zuvor. Manchmal antwortete ein leises Echo.

Falls ihre Eltern in der Nähe waren, mussten sie ihre Rufe doch hören.

Ihre Angst wuchs, sie wurde immer müder, bis sie schließlich hinter einem Baumstamm zusammensackte und bitterlich weinte. Warum nur hatte sie den Rehen hinterherlaufen müssen?

Sie blieb sitzen, schloss irgendwann die Augen und nickte ein.

***

Jäh schreckte sie hoch. Etwas klopfte in ihrer unmittelbaren Nähe. Sie rieb sich die Augen, blickte sich um. Konnte nicht fassen, dass sie mutterseelenallein im Wald hockte. Dass es ein Specht war, der an einen Stamm klopfte, und nicht ihre Mutter, die an die Tür pochte, um sie zu wecken.

Die Erkenntnis, nicht zu träumen, traf Anna wie ein Schlag. Ihr Bauch schmerzte und der Kloß in ihrem Hals wurde dicker. Verwirrt rappelte sie sich hoch, kletterte auf den liegenden Baumstamm, neben dem sie eingeschlafen war, und schrie nach Hilfe. Doch es kam nur ein jämmerliches Krächzen aus ihrer Kehle. Aber auch das war egal. Es antwortete ohnehin niemand.

Wieder folgte sie Vaters Rat, lief weiter.

Bald fiel ihr auf, dass es kühler wurde. Sie blickte nach oben, suchte zwischen den Baumkronen vergeblich nach der Sonne. Die Wolkendecke schien sich verdichtet zu haben. Als es stetig dunkler wurde, erkannte sie, dass es bereits Abend war. Nein, das durfte nicht sein. Wie von Sinnen schrie sie, brüllte nach ihren Eltern, hielt jedoch irgendwann erschrocken inne, als ihr klar wurde, was das bedeutete: Sie war allein in der Wildnis, war allem ausgeliefert, was in den Schatten der Nacht auf sie lauerte.

Was, wenn jemand sie belauschte, der sie nicht hören sollte?

Was, wenn Fremde sie entdeckten?

Die Arme eng um ihren Oberkörper geschlungen, stand sie bibbernd da und dachte nach, was sie tun sollte. Es dämmerte immer stärker, schon bald fielen große Bereiche zwischen den Bäumen in Finsternis. Sie öffnete den Mund, wollte noch einmal ihr Glück versuchen, noch einmal nach Mutter und Vater rufen.

Das erbärmliche Krächzen, das sie aus bebenden Lippen ausstieß, reichte kaum bis zur nächsten Baumgruppe. Wenigstens konnte sie noch schemenhaft einige Bäume erkennen. Blinzelnd suchte sie sich einen möglichst breiten Baumstamm, lief zu ihm und setzte sich davor. So war wenigstens ein Teil von ihr geschützt, falls sich jemand anschlich. Von ihrem Sitzplatz aus starrte sie in alle Richtungen, sehnte den Schein von Taschenlampen herbei, hoffte auf Rufe von Menschen, die nach ihr suchten.

Doch es wurde immer stiller. Selbst die Vögel verstummten, nur der leichte Wind ließ das Laub auf dem Boden und der Baumkronen rascheln.

Viel zu rasch umfing sie die Finsternis. Jetzt erkannte Anna nicht einmal den Baum, der vor Kurzem noch direkt vor ihr gewesen war. Zitternd vor Angst und Kälte presste sie ihren Rücken fest an den Stamm, hoffte weiter, er könne eine drohende Gefahr von hinten aufhalten.

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Hörbuch

Das Hörbuch zum Reinhören

Foto: Tobias Regner

Gesprochen von

Tobias Regner

Ungekürztes Hörbuch

Hörprobe · 3:06 min

Mit freundlicher Genehmigung von Hörbuchmanufaktur Berlin

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Zum Anfassen, Verschenken, Verleihen. 406 Seiten. ISBN 978-3-7568-5248-2.

Besprochen und bewertet auf Goodreads, ReadO.

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