Andreas Otter
Andreas Otter

Bücher › Endzeitromane › 30 Tage

Cover: 30 Tage

Endzeitroman

30 Tage

»Am Tag, an dem die Welt endet, ist Nina neunzehn.«

4,21.199 Bewertungen
auf Amazon
Buch kaufenLeseprobe

Klappentext

Was danach beginnt, ist ein dramatischer Kampf ums Überleben, der fast aussichtslos erscheint.

Ein heißer Sommertag am Ammersee, dann der grelle Blitz über München. Die nuklearen Einschläge treffen Metropole um Metropole, und mit dem Fallout beginnt eine Krankheit, die niemand aufhalten kann. Nina flieht mit ihren Freunden Julia, Valerie und Sascha nach Süden, dorthin, wo man keine radioaktive Verseuchung vermutet. Doch das Flüchtlingslager in Garmisch gibt ihnen eine Diagnose statt einer Zuflucht.

Während die Gruppe zu Fuß weiter Richtung Alpen zieht, zerfällt um sie herum mehr als nur die Landschaft. Der Staat zieht sich zurück, Vorräte werden zur Waffe, und wer heute noch hilft, kann morgen schon verschwunden sein. Julia, seit dem Atomblitz blind, ist ganz auf Nina angewiesen, während Ninas eigener Körper Tag für Tag mehr vergiftet wird.

Was bleibt von einem Menschen, wenn die Welt um ihn herum zugrunde geht? 30 Tage erzählt nicht von Heldentum. Es schildert, was Menschen einander noch geben können, wenn ihnen sonst nichts mehr bleibt.

Reinlesen und reinhören

Ohne Anmeldung

Kapitel 1

Die letzten Tage auf Gottes Erden

Anderthalb Monate zuvor

2. August 2021

Herrsching am Ammersee

+++ Nach dem Abschuss eines amerikanischen B-52-Bombers westlich der Senkaku-Inseln durch die chinesische Luftwaffe droht US-Präsident Cleary mit Vergeltungsmaßnahmen. Der Abschuss wird aufs Schärfste verurteilt, da nicht in den chinesischen Luftraum eingedrungen worden sei. +++

Nina spürte die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut wie die Hitze eines Toasters. Seit jeher liebte sie es, das eigentümliche Rot unter den geschlossenen Augenlidern zu beobachten, das bei dem durchdringenden Licht entstand. Manchmal schwebten hüllenlose Formationen an ihr vorüber, die die seltsamsten Gestalten annahmen. Früher erkannte sie darin Pferde, Einhörner, Autos, Strohhalme oder Teddybären. Niemand konnte ihr je erklären, ob es tatsächlich winzigste Staubpartikel waren oder Fantasieformen, die ihr Gedächtnis aus einem für sie unerfindlichen Anlass projizierte.

Plötzlich riss sie die Augen auf. Valerie stand neben ihr und bespritzte sie mit dem Wasser ihres Haars. »Schläfst du etwa?«

»Natürlich nicht.« Mit emporgezogenen Augenbrauen sah sie Valerie zu, wie sie sich abtrocknete, dabei aber eine besonders große Muschel präsentierte. Wegen der Hitze waren sie lange im See geblieben, hatten getaucht und versucht, Süßwassermuscheln vom Grund nach oben zu holen, von dort, wo das Wasser am kühlsten war. Valerie hatte offenbar die größte von ihnen ergattert.

In diesem Moment kam auch Julia mit drei Tassen Kaffee zu ihnen zurück. »Ihr habt ja lange durchgehalten.« Sie starrte auf Valeries Fund. »Was willst du damit?«

»Sie ist leer. Natürlich behalten.«

Nina genoss es, nur mit ihren beiden besten Freundinnen den Nachmittag am See zu verbringen, weit weg von jedem Fernseher und jedem Radio, von besorgten Gesichtern ihrer Nachbarn. Zufrieden setzte sie sich auf und wollte gerade nach einer der Tassen greifen, als sie die unmissverständliche Stimme eines Radiomoderators hörte. Genervt sah sie zu den deutlich jüngeren Buben, die ihr Lager etwa zehn Schritte neben ihnen aufschlugen. Die Tatsache, dass die Jungs nun das Radio ihres Handys aufdrehten, ließ sie die Augen rollen.

»Spießer«, kommentierte Julia nur und brach den Blickkontakt zu den vier Jugendlichen ab. »Nicht einmal hier hat man seine Ruhe.«

Am liebsten hätte Nina mit eingestimmt, doch sofort spürte sie ihren Bauch rumoren. Sie wollte nichts davon wissen, wollte nicht erfahren, ob es Neuigkeiten gab oder nicht. Die Mienen der Jungs änderten sich abrupt von neugierig zu gelangweilt.

»Gibt’s was Neues?«, rief Valerie den Burschen zu, blieb aber auf der Decke stehen. Ihre Lippen waren bereits blau, und so fragte sich Nina, warum sie gefühlte einhundert Mal auf den tiefen Grund getaucht war.

»Wie Neues?«, fragte der Rothaarige unter ihnen. »Scheißnachrichten!«

Nina kannte ihn nur flüchtig, er wohnte in der Nachbargemeinde. Augenblicklich wählte er einen anderen Sender, und es ertönte Musik. Nina atmete erleichtert auf. Sie verspürte keine Lust, so einen schönen Freundinnentag mit dummer Politik zu verderben.

Auch Valerie drehte sich von den Jungs ab und legte sich auf die Decke. Dabei strich sie Nina einige Strähnen ihres roten Haars aus dem Gesicht.

»Wahnsinn. In der Sonne sehen sie aus wie gefärbt.«

Nina wusste, dass Valerie sie seit ihrer Kindheit um ihre dunkelroten Haare beneidete, obwohl diese sich als Brünette vor eindeutigen Angeboten kaum retten konnte.

Die drei Freundinnen wohnten zusammen in einer WG, doch da Julia im Zentrum von München arbeitete und Valerie, die Semesterferien genoss, mit ihrem Freund viel Zeit verbrachte, blieb ihnen meist nur der Alltag, den ein gemeinsames Zusammenleben in all seinen Facetten mit sich brachte. Manchmal stritten sie auch, aber nicht so tiefgreifend und verletzend, wie es zuletzt in den Konflikten mit Ninas Ex-Freund Sascha geendet hatte. Längst war sie froh, nicht mehr mit ihm, sondern mit Valerie und Julia in einer Wohnung zu leben.

Während Valerie ihre Muschel musterte, blickte Nina über den See. Viele Menschen schwammen darin, einige wagten sich dabei sogar sehr weit hinaus, Ruder- und Schlauchboote waren bis zur Mitte des Gewässers zu sehen. Sie ärgerte sich, die kurze Nachrichtensequenz gehört zu haben, denn ihre Gedanken waren trotz dieses idyllischen Ortes wieder im Ostchinesischen Meer. Dort, wo der Streit vor drei Tagen begonnen hatte und sich die Politiker gegenseitig aufstachelten, als seien sie Kinder, die sich in einem Sandkasten darum stritten, wer die größte Schaufel hatte. Auch, wenn sie hartnäckig versuchte, die stündlich aktualisierten Schlagzeilen zu ignorieren, war es ihr kaum möglich, all das zu verdrängen. Immer öfter unterhielten sich die Menschen über den abgeschossenen Kampfbomber, mehr aber noch über die US-amerikanische Militäraufrüstung vor Ort. Sie begannen, jedes darüber veröffentlichte Wort eines der zuständigen Staatsoberhäupter in ihrem Sinne einzuschätzen. Mittlerweile war es Thema aller Nachrichtensendungen und ständiger Begleiter in den Radiosendern. Und diese Tatsache irritierte sie. Wenn es nicht so wichtig, vielleicht sogar existenziell wäre, würde man nicht dauernd davon berichten, oder aber es geschah gerade sonst nichts auf der Welt, das es zu schildern gäbe.

»Gehen wir heute noch in den Biergarten?«, riss Julias Stimme sie aus ihren trüben Gedanken.

Nina war froh darüber. »Gern. Wann?«

»Ohne mich«, antwortete Valerie leicht errötend. »Tim kommt noch vorbei, wir drehen mit dem Motorrad ’ne Runde.«

Innerlich ein wenig neidisch lächelte Nina. Immerhin hatte Valerie einen möglichen Neuanfang vor sich, durfte das Gefühl genießen, Schmetterlinge im Bauch zu haben, und Nina wünschte ihr von Herzen, dass es mit Tim klappte. Immerhin kannten sie sich seit über einem Monat.

Als Nina später mit Julia in der S-Bahn saß, dachte sie an Sascha. Obwohl sie es nicht wollte, zwängten sich Erinnerungen ihres damaligen Zusammenzugs mit ihrem Freund in ihren Kopf. Natürlich hatten ihre Eltern sie gewarnt, es nicht zu überstürzen, sich mit einem Mann eine Wohnung zu teilen, den sie gerade einmal fünf Monate kannte. Doch unterband man Entscheidungen von solcher Tragweite, nur weil lebenserfahrene Menschen Warnungen aussprachen? Nun, ein Jahr später war sie ausgezogen. Die Beziehung war nicht nur beendet, sondern gefüllt mit Vorwürfen, Misstrauen und Situationen, aus denen sie nur noch fliehen wollte. Wann hatte sie das letzte Mal einen Abend mit ihm genossen? Viel zu oft schob sie diese Überlegungen beiseite, weil es wehtat, sich das Versagen aller Anstrengungen in dieser Beziehung einzugestehen. Erschwerend kam hinzu, dass ihrer Ansicht nach sämtliche Bemühungen allein von ihrer Seite aus gekommen waren.

»Wer kommt mit?«, riss Julia sie abermals aus ihren Gedanken.

»Weiß nicht.«

Julia tippte auf ihrem Handy herum, zog sich eines ihrer blonden Haare aus dem Mund und lächelte. »Ben und Anna wollen auch kommen.«

»Ah, schön. Wohin wollen wir gehen?«

»Irgendwo werden wir schon einen Platz bekommen.«

Sie wohnten in dem Dörfchen Geisenbrunn, und da die Wohnung zwar älter, aber sehr groß war, wussten sie um ihr Glück, im Münchner Umland ein solches Objekt ergattert zu haben. Seit einigen Jahren explodierten die Preise in dieser Gegend, umso mehr genoss Nina jedes Mal die Tatsache, in nur wenigen S-Bahn-Stationen zum Ammerseer Strand zu gelangen. Die Wohnung konnten sie allein durch ihre Nebenjobs nicht halten, also wurden sie zusätzlich von ihren Eltern unterstützt. Zumindest sie und Valerie, Julias Eltern hingegen waren vor einigen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. In der langen Zeit der Trauer waren sich die beiden sehr nahegekommen, und manchmal spürte Nina ein schlechtes Gewissen Valerie gegenüber, weil sie wusste, dass diese einzigartige Freundschaft für jedermann spürbar war.

Nach der Dusche wollte Nina Ben anrufen, als das Telefon klingelte. Mutter. Augenblicklich schlug ihr Herz schneller, denn ihre Stimme klang anders als sonst.

»Mama. Ist alles okay?«

»Nein … sie haben Georg vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht.«

»Oh Gott. Hat er wieder einen Infarkt?«

»Sie wissen es nicht, es ging ihm nicht gut. Er hat nur noch schlecht Luft bekommen.«

»Wo ist er?«

»In Schwabing.«

»Ich komme.«

»Das musst du nicht, du weißt doch …«

»Mama, natürlich komme ich. Und außerdem hast du mich ja auch deswegen angerufen. Wie geht es ihm jetzt?«

»Er will wieder nach Hause.«

»Das sieht ihm ähnlich.«

Sie legte auf und starrte für einige Momente auf den Boden. Vaters erster Infarkt lag ein Jahr zurück, was ihn aber nicht dazu brachte, weniger zu arbeiten, oder ihn davon abhielt, sich in den Gaststätten durch die Fleischkarte zu essen.

»Dein Vater?«, fragte Julia, die neben ihr stand und noch die Haarbürste in der Hand hielt. Nina hatte sie zuvor nicht bemerkt.

»Ja, er ist im Schwabinger Krankenhaus. Hoffentlich ist es kein Infarkt.«

»Fährst du rein?«

»Natürlich.«

»Dann komme ich mit.«

»Das musst du aber nicht, ich …«

»Keine Widerrede.« Julia setzte sich neben sie und umarmte sie. »Ich bin ja da, und ich bin auch für dich da.«

Trotz des Schreckens über die Hiobsbotschaft spürte Nina die Wirkung dieser Worte. Julia war schon immer ihre beste Freundin gewesen, seit Kindergartentagen, und sie hatte nicht einmal den kleinsten Schimmer an Unwillen in deren Blick erkannt, als sie damals mit Sascha zusammengezogen war. Dabei wusste sie, dass Julia Sascha nicht leiden konnte, umso mehr rechnete sie ihr hoch an, nie gegen ihn intrigiert zu haben. Das tat sie auch im Nachhinein nicht. Mit der gemeinsamen Wohnung, zusammen mit Valerie, die sie seit der Grundschule kannten, erfüllten sie sich einen Traum, über den sie erstmals in der 2. Klasse gesprochen hatten. Natürlich noch nicht ernsthaft und bestimmt gelenkt durch Kinderwünsche, die meist abseits von analytischen Gedankengängen lagen.

+++ Ungeachtet der chinesischen Warnung, militärisch aktiv zu werden, entsendet die US Navy nun auch die USS Blue Ridge aus dem japanischen Hafen Yokosuka zu dem bereits in der Nähe der Senkaku-Inseln stationierten Flugzeugträger George Washington. Der japanische Premierminister Nakamura sicherte derweil Cleary seine vollste Unterstützung zu. +++

Anderthalb Stunden später betraten Nina und Julia den Wartebereich der Intensivstation des Krankenhauses. Ihre Mutter lief sofort auf sie zu und drückte sie fest an sich. Dann begrüßte sie auch Julia mit derselben Geste.

»Der Arzt sagt, es ist womöglich ein Infarkt, deswegen behalten sie ihn bis morgen hier auf Intensiv.« Augenblicklich fühlte Nina gleichermaßen Hitze und Kälte in sich. Während der vergangenen Monate hatte sie den Fehler begangen, sich pseudoärztliche Auskünfte über mögliche Folgen und Langzeitschäden von Herzinfarkten im Internet einzuholen. Meist schlimme, ja furchtbare Verläufe, die in ihrem Kopf zu Bildern wurden. Daraufhin hatte sie gemeinsam mit ihrer Mutter auf Vater eingeredet, sogar oftmals mit ihm gestritten, aber ein Lebenswandel kam für ihn nicht infrage.

»Wenn sich die Werte nicht doch noch verschlechtern, kommt er morgen auf die offene Station.«

»Kann ich ihn besuchen?«

»Ich war schon bei ihm, aber nur kurz. Ich habe dich schon angekündigt.«

Außer ihnen war nur eine andere Frau anwesend, die ebenfalls zu warten schien.

»Er klagte plötzlich über Schwindel und bekam keine Luft«, erzählte Ninas Mutter, »und dann setzte er sich. Dabei hat er ein wichtiges Telefonat abgebrochen. Das tut er eigentlich nie.«

»Er sollte es öfter tun«, murmelte Nina, bevor sie zur Anmeldung ging, wo der zuständige Arzt schließlich entschied, Nina erst am kommenden Tag zu ihrem Vater zu lassen. Zwar versuchte sie kurz, ihn zu überreden, doch sie wollte es sich mit ihm auch nicht verderben, indem sie ihn verärgerte.

An diesem Abend blieb Nina in ihrem Elternhaus in Schwabing, während Julia nach Geisenbrunn zurückfuhr. Sie war schon wochenlang nicht mehr hier gewesen, umso mehr redete ihre Mutter und erzählte beinahe minutiös sämtliche Begebenheiten und berichtete vor allem von Vaters Sturheit, nichts aus seinem ersten Infarkt gelernt zu haben. Trotz des Monologs fühlte sich Nina wohl, sie liebte ihr Elternhaus, weil es sie an eine glückliche Kindheit zurückerinnerte. Vater war zwar nicht allzu oft zu Hause gewesen, doch wenn, dann hatte er eine wunderbare Zeit mit ihr verbracht.

Während in der WG der Fernseher meistens abgeschaltet blieb, lief er hier pausenlos. Zu Ninas Ärgernis selbst beim gemeinsamen Essen, und da die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf die Nachrichten gelenkt wurde, sah sie auch auf den Bildschirm. Sollten sich diese Idioten auf der anderen Seite der Erdkugel doch die Köpfe einschlagen, wenn sie es unbedingt wollten. So träfe es schließlich die Richtigen.

»Nun schalten sich sogar die Russen ein«, kommentierte ihre Mutter. »Die sollen doch einfach mal die Klappe halten. Die beiden Streithähne werden das schon unter sich ausmachen.«

Vor einem Bild der Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz schilderte der Korrespondent die Entwicklungen der letzten Stunden. Offenbar sicherte Russland China Unterstützung zu und bezeichnete die militärischen Muskelspiele der USA im Ostchinesischen Meer als »dumme Reaktion« auf eine völlig nachvollziehbare Handlung ihres Nachbarn. Das kapitalistische Monster habe eindeutig seine Grenzen übertreten und folgerichtig eine klare Antwort darauf erhalten.

Nina schüttelte genervt den Kopf. »Die haben sie doch nicht alle! Geht’s eigentlich noch? Was für eine gequirlte Kacke.«

»Nina!«

»Stimmt doch. Was für ein Gesülze. Haben die alle eine Fortbildung gemacht, wie man durch flüssige Rhetorik dermaßen bescheuert daherredet? Sorry, Mama, aber ich höre das zu oft, auch wenn ich es gar nicht will.«

»Dein Vater hat es den ganzen Abend und die halbe Nacht gesehen. So nervös, wie viele Menschen reagieren, muss es ja durchaus brenzlig sein.«

»Die kriegen sich schon wieder ein, die haben doch alle Berater. Wollen die jetzt ernsthaft wegen EINES abgeschossenen Flugzeugs einen Krieg beginnen? Niemals. Die zeigen wieder ihre Muskeln, und dann war’s das. Das sind Testosteron geladene Affen. Das beste Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt.«

»Was ist das?«

»Kurz gesagt? Wenn dumme Menschen nicht erfassen, dass sie hohl sind. Die Folge ist Selbstüberschätzung. Ich glaube, viele Politiker leiden darunter.«

Ihre Mutter antwortete zwar nicht, versuchte aber augenscheinlich, es zu verstehen.

Bald darauf war die Moderatorin wieder zu sehen, also verfolgte Nina die Szenerie. Lieber würde sie sogar einen Rosamunde-Pilcher-Film ansehen, als dieses männliche Gorilla-Gehabe weiterhin ertragen zu müssen.

Nun wechselte der Schauplatz, und ein Korrespondent vor dem Weißen Haus erschien im Bild. Weil sie ihrer Mutter gerade half, den Tisch abzuräumen, bekam sie nicht allzu viel mit, doch als eine Weltkarte gezeigt wurde, hielt sie inne. Auf dieser zeigte man die Routen der Atom-U-Boote und Kriegsschiffe, die sämtliche US-amerikanische Häfen in Richtung Ostchinesisches Meer verließen. Was zum Teufel …?

»Es ist eine Schande, dass solche Menschen auf die höchsten Stellen der Politik gewählt werden«, murmelte ihre Mutter. »Vater sagt das auch immer.«

»Deshalb ist er ja auch in der Wirtschaft tätig.« Und genauso wenig für seine Familie da wie ein Politiker, wollte Nina ergänzen, ließ es aber. Ihre Mutter wusste schließlich selbst, warum der Fernseher einen so hohen Stellenwert einnahm.

Seite 1

Hörbuch

Auch als Hörbuch

Gesprochen von

Martin Winkelmann

Ungekürztes Hörbuch

»
Beste und erschreckendste Dystopie, die ich je gelesen habe.
Amazon-Rezension
»
So realistisch, dass es mich bis in meine Träume verfolgt.
Amazon-Rezension
»
Sollte Pflichtlektüre sein.
Amazon-Rezension

Wo Sie 30 Tage bekommen

E-Book

ab 2,99 €

Sofort verfügbar, lesbar auf Kindle-Geräten und in der kostenlosen App.

Taschenbuch

ab 12,99 €

Zum Anfassen, Verschenken, Verleihen. 424 Seiten. ISBN 978-3-7534-2060-8.

Besprochen und bewertet auf Goodreads, ReadO.

Auch von Andreas Otter