Andreas Otter
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Cover: Der König der Gaukler

Historischer Roman

Der König der Gaukler

»Ihr müsst wahrlich die Könige der Gaukler sein.«

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Klappentext

Schwaben, Mitte des 14. Jahrhunderts. Nachdem seine Eltern bei einem Brand starben, ist der Köhlerbursche Simon besessen von dem Wunsch, Feuer zu beherrschen und der größte Feuerspucker aller Zeiten zu werden.

Nach dem Ausbruch der Pest muss Simon sein Heimatdorf verlassen und trifft auf eine Gauklergruppe, die ihn aufnimmt. Von nun an gehört er dem fahrenden Volk an, das ausgestoßen und rechtlos die Menschen begeistert, während um sie herum die todbringende Seuche tobt.

Anna, eine kartenlegende Wahrsagerin, prophezeit Simon, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen und er als Feuerspucker vom Volk bejubelt und von Königen ausgezeichnet werden wird. Simon ist fasziniert von der rätselhaften Frau, die ihn auf unerklärliche Weise berührt.

Doch als Anna selbst an der Pest erkrankt, erfährt Simon, wer sie wirklich ist, und er begreift, dass Annas Geheimnis sie alle in Gefahr bringen kann.

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Kapitel 1

Die Pforten der Hölle

Simons Herz schlug wild gegen seinen Brustkorb. Obwohl sein Vater direkt hinter ihm stand, hatte er Angst. Bereitwillig machte die Menge Platz, um die Ausgestoßenen auftreten zu lassen. Zwar wusste Simon nicht, ob diese Menschen tatsächlich ausgestoßen waren und in den Tiefen der umliegenden Wälder lebten, weil sie Diebe, Mörder, Gotteslästerer und Judenfreunde waren, doch darüber konnte er momentan nicht nachdenken. Beißender Geruch stieg ihm in die Nase, und als die seltsamen Menschen näherkamen, starrte er sie mit offenem Mund an. Auf den Oberkörper eines Mannes waren schwarze Symbole gezeichnet, die ihm wie Vorboten der Hölle erschienen. Seine Augen waren mit blauer Farbe umrahmt und rote Lippen stachen aus einem rußigen Gesicht hervor. In einer Hand trug er einen Tonkrug, in der anderen eine brennende Fackel.

Dicht neben ihm lief eine junge Frau. Ihre Hose war zu groß für sie, und die Ärmel des eigenartig geschnittenen, bunten Oberteils reichten gerade bis zu ihren Ellbogen.

Als die beiden auseinandertraten, fiel Simons Blick auf ein Monster. Panisch vergewisserte er sich, dass sein Vater hinter ihm stand, denn er wäre am liebsten davongerannt, um nicht von dem Wesen mit dem entstellten Gesicht aufgefressen zu werden. Zwar sah es aus wie ein Mann, doch sein Gesicht wies keine Lippen auf, sodass die Zähne gefräßig auf die Zuseher gerichtet waren. Der gesamte Körper dieses hässlichen Wesens war mit Narben übersät, und die Haut überspannte dicke Beulen, Fettpolster sowie entstellte Gliedmaßen. Zu seiner Beruhigung erkannte Simon, dass dieses Ding an einer Eisenkette festgebunden war, deren Ende ein Mann hielt, der etwa zwei Köpfe größer war als sein eigener Vater. Die Oberarme des Riesen waren dicker als die Schenkel eines gewöhnlichen Mannes, und sein Oberkörper war muskelbepackt. Simon konnte sich vorstellen, dass dieser Mann imstande war, mit Leichtigkeit einen ausgewachsenen Ochsen gegen dessen Willen über den gesamten Platz zu ziehen.

Doch das, was hinter dem Riesen herlief, ließ Simon endgültig erstarren. Hatte er gedacht, das Monster würde all seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, erkannte er etwas, das alles übertraf, was er sich an Entsetzlichem ausmalen konnte. Auch die anderen Menschen stöhnten auf, zischten wild durcheinander und bekreuzigten sich. Simon war sich sicher, es mit einem Wesen zu tun zu haben, das Gott niemals erschaffen haben konnte. Stammte es direkt aus der Hölle?

Als dieses Wesen Simon ansah, stockte ihm der Atem. Doch dann ging es weiter, begleitet vom ungläubigen Staunen der Menschen, die den Kreis noch weiter ausdehnten, um ja nicht mit diesem Ding in Berührung zu kommen. Einige spuckten aus, andere murmelten Gebete, doch die meisten starrten es einfach nur an. Der Ekel war aber auf ihren Mienen deutlich zu sehen.

Die Frau hatte zwei Oberkörper, jedoch nur ein Paar Beine. Zu Simons Verwunderung schwankte sie nicht, und als sie an ihm vorbeiging, fragte er sich, ob es sich nicht um zwei Frauen handelte, die an ihren Hüften zusammengewachsen waren. Falls es keine Zauberei war, hatte Gott diese Elende für eine Sünde bestraft, die absolut unverzeihlich gewesen sein musste. Beide Köpfe sahen die Umstehenden an, doch die beiden Arme schienen nur einer von ihnen zu gehören. Oder war es umgekehrt?

Als die fünf Ausgestoßenen in der Mitte des Platzes angekommen waren, fing die Frau mit dem bunten Oberteil an, Rad schlagend ihre Gruppe zu umrunden. Sie wirkte dabei wie eine Schlange, die sich selbst um ihren Körper drehte. Schließlich ging sie auf Händen, während sie mit ihren Füßen einen Ball jonglierte, ihn hochwarf und immer wieder auffing.

Obwohl Simon die Frau faszinierend fand, musste er immer wieder auf das Monster und die zusammengewachsenen Frauen starren. Sein Vater hatte ihm erzählt, dass Sünder gelegentlich von Engeln heimgesucht wurden, die ihnen körperliche Strafen zuführten. Konnte es sein, dass gleich zwei von ihnen hier vor ihm standen?

Als die Frau aufhörte, auf Händen zu gehen, mit den Füßen zu essen, ihren Kopf zwischen die Schenkel zu stecken und ein Bein in den Nacken zu schlängeln, trat der Riese in die Mitte. Ehrfürchtiges Raunen war zu vernehmen, und Simon merkte, wie er darin einstimmte. Der Griff des Vaters an seiner Schulter wurde kräftiger.

Der Mann nahm eine Metallstange und bog sie vor den Augen aller durch. Das Murmeln wurde lauter, doch dies schien den Mann nur anzufeuern. Lächelnd nahm er eine dickere Stange und bog auch sie in der Mitte, als wäre sie nachgiebig wie eine Weidenrute. Einige der Zuschauer schienen es nicht fassen zu können und raunten lautstark. Schließlich nahm der Mann das Monster, hob es auf seine Schulter und schwang sich auch die Schlangenfrau und den Mann mit nacktem Oberkörper auf die Oberarme, die er nun in die Höhe streckte.

Simon glaubte, dies wäre der Höhepunkt der Darbietung, doch nur einen Augenblick später kletterte die Frau auf den Kopf des Riesen und vollführte dort einen Handstand. Schließlich hielt sie sich nur mit einem Arm auf dem Kopf, während sie mit der anderen Hand den kleinen Stoffball auf einen ihrer emporgestreckten Füße warf und ihn dort balancierte.

Nun kletterte der halbnackte Mann von dem Riesen, das Monster und die Frau folgten ihm, der Riese jedoch trat einige Schritte zurück. Simon hätte gern gewusst, was in dem Tonkrug war, und hoffte, dass er es gleich erfahren würde. Die schwarzen Symbole auf der Haut des Mannes leuchteten im Schein der Fackel.

Er flüsterte einige Worte, die Simon nicht verstand, setzte den Krug an seinen Mund und führte die Fackel vor sein Gesicht. Dann wurde es hell und heiß. Ein riesiger Feuersturm wurde entfacht, kam direkt aus dem Mund des Mannes und erhellte jedes Gesicht der umstehenden Menschen. Wie war das möglich?

Simon verschwendete keinen Gedanken mehr an seinen Vater, an die Frage, ob er noch immer hinter ihm stand. Nie zuvor war er faszinierter gewesen, zu keinem Augenblick hatte ihn etwas mehr in seinen Bann gezogen. Er konnte nicht glauben, dass es einem Menschen gelang, Feuer zu speien, und er überlegte kurz, ob das dem Mann nicht aufgrund der seltsamen Symbole auf seiner Haut gelang. Vielleicht kam er ja tatsächlich aus der Hölle?

Wieder nahm der Mann einen Schluck aus dem Krug und führte die Fackel an den Mund. Dann ertönte abermals dieses einzigartige Geräusch plötzlich entfachten Feuers, wie der Feueratem eines Drachen, wie der Hauch des Teufels persönlich. Es wurde hell und der scharfe Geruch versengte Simons Nase. Mit dem Feuerschein leuchteten die Symbole auf der Haut des Mannes wie Zeichen der Hölle, wie die eines Magiers, der über das Feuer herrschte. Die Menge raunte und schrie auf, als der Mann eine Feuersäule nach der anderen über die Köpfe der Schaulustigen hinwegschleuderte.

Simon wurde von einem Rausch erfasst. Er vergaß alles um sich herum, starrte nur auf das Gesicht vor ihm, sah eine weitere Feuerfontäne emporsteigen, spürte den Geruch einer seltsamen Essenz sowie verbrannter Haare. Dieser Gestank mischte sich mit Schweiß, dem Körperöl der Schlangenfrau und des Riesen, mit Rauch und Asche. In diesem Moment wollte er wie der Mann sein, wollte sich das Feuer untertan machen, es beherrschen, Partner der Schlangenfrau sein, Freund des Riesen und sogar Beschützer des Monsters und der doppelköpfigen Frau. Er wollte von dieser seltsamen Welt verschluckt werden, mehr über die Symbole auf der Haut des Mannes erfahren, wissen, woher die Fremden stammten und ob sie von Gottesengeln begnadigt worden waren.

In diesem Augenblick wusste er, dass dieses Schauspiel sein Leben verändert hatte.

Simon

Laurentz, der Händler, hatte keine Lust mehr, die vielen Fragen des schmutzigen und stinkenden Jungen zu beantworten. In diesem kleinen Weiler gab es ohnehin zu wenig Menschen, die ihm ab und zu etwas abkauften, was aber sein Risiko, bestohlen zu werden, keinesfalls verringerte. Sorgfältig schob er die Schüsseln, Holzlöffel, Gürtel, Schuhe und Lederreste wieder unter die Plane seines Wagens, achtete dabei aber auf die flinken Finger der Buben. Es wäre nicht das erste Mal, dass einer von ihnen mit vollen Händen plötzlich das Weite suchte.

»Ich habe dir doch schon gesagt, dass ich nicht weiß, wann das fahrende Volk hier durchzieht. Vielleicht morgen, womöglich erst im kommenden Monat.«

Offensichtlich enttäuscht nickte der Junge, ohne seinen Blick von den Holztruhen und Ledertaschen auf des Händlers Wagen zu nehmen. »Vielen Dank, Herr.«

Ohne etwas zu entgegnen, setzte sich der Händler auf den Kutschbock und nahm die Zügel in die Hand. Die Hufe seines Pferdes waren vollständig im vom Regen aufgeweichten Boden eingesunken, und die Räder steckten noch tiefer im Grund dieser Siedlung. »Vielleicht sind sie auch in Nördlingen. Schert euch zum Teufel!«

Als er mit der Zunge schnalzte, setzte sich das Pferd in Bewegung. Knarrend lösten sich die Kutschräder vom feuchten Grund und schienen dabei zu ächzen. Da die Kinder schreiend neben und hinter ihm herliefen, sah er sich immer wieder um, ob einer der kleinen Vagabunden nicht heimlich etwas unter der Plane hervorzog. Deshalb trieb er sein Pferd schneller an, und als er die wenigen Häuser hinter sich ließ, war er froh, schon bald die freie Stadt Nördlingen anzusteuern.

Er wunderte sich über das Interesse des Jungen bezüglich des fahrenden Volkes. Es waren schmierige Gaukler, die den Menschen das Geld aus der Tasche zogen und darüber hinaus Kreaturen mit sich führten, die widerwärtig und gottlos waren. Verächtlich spuckte er aus. Man sollte sie alle verbrennen, denn schwachsinnige oder entstellte Menschen konnten von Gott so nicht gewollt sein. Zwar glaubte er nicht daran, dass es sich um Ausgeburten der Hölle handelte, aber sie sollten sich in seiner Gegenwart nicht blicken lassen.

Simon war mit den anderen Buben so lange neben dem Wagen hergelaufen, bis er außer Reichweite war. Einer von ihnen war erfolgreich gewesen und besaß nun offenbar ein breites Lederband. Lächelnd sah er zu Simon und rannte schließlich davon, um die Beute in Sicherheit zu bringen. Während ihm die meisten der Buben schreiend folgten, blieb Simon stehen und starrte dem Wagen nach.

»Womöglich erst nächsten Monat«, wiederholte er flüsternd die Worte des Händlers, »so ein Mist!«

Er war schon elf Jahre alt, hatte das fahrende Volk aber erst zwei Mal zu Gesicht bekommen. Missmutig trat er einen Stein zur Seite, zog einen Halm aus seinem blonden Haar und kehrte um. Er war spät dran, und wenn er sich nicht sputete, würde es auffallen, dass er seiner Arbeit nicht nachging.

Das Haus des Köhlers lag im Wald, aber nicht allzu weit vom kleinen Weiler entfernt in der Nähe des Moors.

Zu seiner Erleichterung hatte der Köhler seine Abwesenheit nicht bemerkt. Er schien noch immer unterwegs zu sein, also schnappte Simon sich die Schaufel und fuhr fort, dünn gewordene Stellen des Meilers wieder mit Erde und Moos zu verdichten. Es hatte eine Weile gedauert, bis er herausgefunden hatte, wie weit er sich dem Meiler nähern durfte. Stand er kurz davor, stieg die Hitze ins Unermessliche an, und nicht selten fielen Funken auf seine Haut und brannten Löcher hinein.

Als der austretende Rauch hellgrau war und die Löschdecke dem Druck und der Temperatur standhielt, widmete er sich den gefällten Bäumen. Mit einer Axt hieb er die Äste und Zweige vom Stamm, stapelte sie auf einen Haufen und begann, am bereits sichtbaren Spalt im Stamm weiter zu hacken. Dies war seine eigentliche Arbeit, denn das Holz im Meiler benötigte etwa acht Tage, um sich in Kohle zu verwandeln.

Etwas später strich sich Simon den Schweiß von der Stirn und sah in die Richtung des Weilers zurück; dorthin, wo er den Händler getroffen hatte. Deutlich spürte er seinen Magen knurren. Jemand hatte dort Brot angeboten, und sein Geruch schien ihm noch immer in der Nase zu haften. Doch er wusste, dass er erst am Abend etwas zu essen bekommen würde; dann, wenn er nach Hause ging.

Als der Köhler zurückkam, würdigte er Simon keines Blickes. Er spuckte aus, besah sich den Meiler, zog sich die mit Wasser getränkte Hose sowie das Oberteil über und kletterte auf das aus Moos und Erde bestehende Lösch. Ab und zu brummte er, bohrte an einem Loch herum, kam aber schneller wieder herunter, als es Simon erwartet hatte.

Dann erst kontrollierte er die von Simon gespaltenen Stämme. »Warum hast du die Äste nicht kleingehackt?«

Simon schluckte. Er kannte diesen Tonfall, dem zumeist eine Ohrfeige folgte. »Ich hatte Mühe mit dem Stamm. Er ist so hart.«

»Dann musst du fester zuschlagen!« Wieder spuckte der Köhler aus, griff sich aber das Beil und prüfte dessen Klinge. »Hm, könnte schärfer sein. Wann hast du es das letzte Mal geschliffen?«

»Vorgestern.«

»Dann schleif es wieder! Jetzt! Morgen früh wirst du dann die Äste kleinhacken.«

Überrascht wurde Simon klar, dass er an diesem Tag nur noch das Beil zu schleifen hatte. Am gestrigen Tag durfte er erst nach Hause laufen, als es bereits dunkel war. »Ja, ich schleife es sofort.«

Schnellen Schrittes ging er in die Hütte, nahm den Schleifstein, setzte sich neben den hölzernen Wasserkübel und begann, die Klinge zu bearbeiten. Währenddessen flitzten Mäuse über den mit Stroh ausgelegten Boden, die eher halbherzig von einer Katze verfolgt wurden. Sie war satt, und Simon vermutete, dass sie sich über den ständigen Nahrungsvorrat im Klaren war.

Als Simon später nach Hause kam, sah ihn seine Mutter ungeduldig an. Sie saß gerade am Tisch und schälte einige Zwiebeln, deren schwarze Schalen offenbarten, wie alt sie waren. Im Kessel über dem Feuer kochte Suppe.

»Schau nach deinem Bruder, hörst du?«, begrüßte sie ihn, »er ist irgendwo bei den Schweinen!«

Simon hätte gern noch länger den Duft genossen, doch er ging wieder ins Freie, um nach Lenhard zu sehen. Er war anderthalb Jahre alt und konnte erst seit Kurzem gehen.

Simon erschrak, als er Lenhard neben einem Ferkel liegend vorfand. Die Muttersau stand etwas abseits und grunzte, als Simon seinen Bruder hochnahm.

Lenhard kicherte nur und versuchte, mit Simons hellblondem Haar zu spielen.

»Komm mit rein, sonst wirst du noch gefressen! Die Sau mag so kleine Kinder wie dich.«

Als er ihn in der Stube absetzte, saß sein Vater mit starrem Blick am Tisch und hielt ein Messer in der Hand. Simon ahnte, dass er unzufrieden war, weil er auf das Essen warten musste.

»Warum bist du schon da?«, wollte er von Simon wissen. »Hattest du keine Arbeit mehr?«

»Doch, Vater, aber der Köhler hat mich gehen lassen. Er hat Arbeit für morgen mitgebracht.«

»Das ist gut. Wenn du nicht beschäftigt bist, fällt dir nur Unsinn ein.« Dann brummte er. »Wann bezahlt er uns?«

»Nächste Woche, Vater.«

Artig verharrte Simon, um auf weitere Fragen zu warten, doch sein Vater sagte nichts mehr. Ab und zu hieb der blonde Mann mit dem Löffel auf den Tisch, doch irgendwann drehte er sich zu seiner Frau um. »Du bist spät heute! Ich habe Hunger!«

»Es ist gleich fertig. Simon, schaff mir Lenhard vom Hals, er schleicht dauernd zwischen meinen Beinen herum!«

Schleunigst nahm Simon seinen Bruder auf den Arm und setzte sich mit ihm auf sein Schlaflager am anderen Ende des Raumes. Dort gab er ihm ein Stückchen Holz, das zufällig die Form eines Pferdes besaß, und sah wieder zu seinen Eltern.

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Authentische Charaktere und eine mitreißende Geschichte in Zeiten der Pest.
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Die jiddischen Passagen geben dem Buch eine besondere Authentizität.
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Zum Anfassen, Verschenken, Verleihen. 460 Seiten. ISBN 978-3-7460-5574-9.

Besprochen und bewertet auf ReadO, Goodreads.

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