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Historischer Roman
Das Elixier des Himmels
»Zwei Frauen. Zwei Schicksale. Eine einzigartige Freundschaft.«
Klappentext
Bayern, Anno 1171. Seit ihrer frühen Kindheit verfügt Helena über eine unerklärliche Gabe: Sie kann in andere Menschen sehen und dort Krankheiten erkennen. Nach dem Tod ihrer Eltern wächst sie in einem Kloster auf, in dem sie die Novizin Englin kennenlernt.
Ihre von der Kirche verbotene Fähigkeit erscheint Helena wie ein Fluch. Allein durch die bedingungslose Freundschaft zu Englin erfährt sie Wärme und Lebensmut.
Erst als die beiden jungen Frauen das Kloster verlassen und bei einer Heilerin aufgenommen werden, lernt Helena, ihre Gabe zum Wohle anderer einzusetzen. Ihr Weg führt die beiden Freundinnen nicht nur zur medizinischen Fakultät in Salerno, sondern bis ins Heilige Land.
Trotz der unerschütterlichen Verbindung der beiden Frauen zueinander sind ihre Bestimmungen verschieden. Denn auch Englin verfügt über eine besondere Gabe.
Kapitel 1
Die Sumpfbrut
Umland Weilheim, Königreich Bayern, Ende Oktober 1170
Dicke Schneeflocken wirbelten durch die Luft und verwandelten den Himmel in ein einzigartiges Weiß. Mit großen Augen stellte Helena den Holzkübel auf den matschigen Untergrund und sah in die Höhe. Unzählige dieser weichen, kalten, seltsamen Gebilde fielen herab, einige von ihnen landeten auf ihrer Haut, wo sie augenblicklich schmolzen und an Ort und Stelle kleine Wassertropfen bildeten, andere auf ihrem braunen Haar. Warum verschwanden sie immer da, wo es warm war? Sie hatte bereits im vergangenen Winter probiert, Schneekugeln in die Stube ans Feuer zu holen, doch auch dort war nur Wasser von ihnen übriggeblieben. Vater hatte sie gescholten, Kälte in die Hütte zu holen.
Viel zu schnell fiel ihr ein, warum sie überhaupt in der Kälte stand, also schnappte sie sich den Holzkübel, ging zum nahegelegenen Bach und legte ihn ins Wasser. Selbst halb gefüllt wog er fast zu viel, doch als sechsjähriges Mädchen war sie schwere Arbeit gewohnt und so schleppte sie ihn mühsam ins Haus zurück.
»Helena, zieh deine Schuhe an!«
Mutters Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Sie klang nicht verärgert, aber mahnend, somit erwartete sie wohl kein Tadel.
Am Feuer sitzend putzte ihre Mutter die wenigen Rüben, hielt nun aber inne. »Komm, du hast schon blaue Zehen. Heilige Jungfrau Maria, warum muss es schon im Oktober schneien?« Dabei zog sie das Mädchen zu sich, griff nach einem von Helenas Füßen und massierte ihn. Es war eine der wenigen Berührungen des Tages, und so genoss Helena diese Nähe, bevor Mutter ihr die mit Talg eingeriebenen Fellschuhe reichte, die sie nur im Haus benutzen durfte. Sie konnte sich nicht mehr an den Tag erinnern, an dem sie sie geschenkt bekommen hatte. Einmal hatte Mutter sie vergrößert, mittlerweile stieß Helena jedoch schon wieder mit den Zehen am harten Leder an.
An diesem Abend lag sie früher als sonst auf dem Lager. Alle Arbeit war getan, der Boden gekehrt, sie hatte Mutter beim Putzen des wenigen Kohls und der Rüben geholfen, Vater hingegen hatte gegessen und saß müde in der Nähe des Feuers. Sie liebte diese Augenblicke, wenn der Tag zu Ende ging, denn sie spürte die Zufriedenheit ihrer Eltern mehr als an allen anderen Tageszeiten. Und sie mochte es, wenn Vater zu Hause war. Oftmals kehrte er eine Woche oder länger nicht zurück, da er sich im gesamten Umland verdingte. Wenn er an einem Hof aushelfen konnte, blieb er meist so lange, bis man ihn nicht mehr benötigte. Manchmal kehrte er mit einigen Pfennigen zurück, meistens aber mit Gemüse, Obst oder einem Säckchen Getreide.
Zu Helenas Bedauern musste er am kommenden Morgen wieder weg. Ebenso Mutter, deshalb lag es an Helena, am kommenden Tag den Bauern nach Weilheim zu begleiten.
Auch Mutter half auf den umliegenden Höfen als Magd, in der Mühle oder den Frauen des Schneiders, kehrte aber stets der Kinder wegen an den Abenden zurück. Helena verstand nicht, warum sie so oft hungern mussten, obwohl Mutter und Vater ständig arbeiteten.
Ihr jüngerer Bruder Thomas lag an ihrer linken Seite, Gertrud an der rechten. Gertrud war eine aus Fichtenholz geschnitzte Holzente, die sie von ihrem Vater zu ihrer Geburt geschenkt bekommen hatte. Anfänglich hell, war sie nun schwarz von Ruß, Schmutz und Fett, selbst wenn sie schimmeln würde, könnte Helena sich niemals von ihr trennen. Vorsichtig streifte sie einige Strähnen aus ihrem Gesicht, küsste die Ente auf den Kopf und legte sie neben sich. Als Thomas nach ihr griff, wehrte sie seine Hand ab und schüttelte nur den Kopf. Sie liebte ihren Bruder, ihre Ente durfte jedoch niemand haben. Sie war nämlich die Einzige, die sie verstand.
Und sie war die Einzige, die ihr Geheimnis kannte.
»Steh auf, es wird Zeit!«
Es war noch dunkel, als Helena geweckt wurde. Im fahlen Schein des kleinen Feuers sah sie ihre Mutter verschwommen, Kälte kroch durch die löchrige Decke an ihre Haut, der Atem schlug Nebel, der kaum ausgestoßen schnell wieder verschwand.
»Wasch dich nicht, das Wasser ist gefroren. Auf, der Bauer wartet!«
Vorsichtig kletterte Helena über den schlafenden Thomas und sah zu Vater. Er lag auf dem elterlichen Lager und schnarchte.
Hastig zog Mutter ihr den viel zu klein gewordenen Umhang über, kniete sich zu Boden und half Helena, die Schuhe anzuziehen.
»Ich lasse dich nicht den ganzen Tag ohne Schuhe raus, der Winter ist sehr früh gekommen. Heute ist Markt, du kommst sehr spät zurück. Vielleicht gibt er diesmal etwas Lauch dazu.«
Ein gequältes Lächeln inmitten lähmender Müdigkeit war Helenas Antwort. Sie wartete geduldig, bis Mutter die Riemen festgezogen hatte, dann ging sie zur windschiefen Tür, verharrte dort noch einige Augenblicke, um die Wärme des Feuers aufzusaugen, und trat schließlich nach draußen in die Dunkelheit.
Es lag etwas Schnee, der schneidende Wind verursachte Gänsehaut. Vorsichtig lief sie über den matschigen Weg, wo ihre notdürftigen Schuhe bereits nach kurzer Zeit nass wurden, blickte in den finsteren Wald und hoffte, der Waldschrat wartete nicht auf sie und zerrte sie mit in seine Höhle. Nach Ansicht ihres Vaters fristeten dort viele ungehorsame Kinder ein schreckliches Dasein und dachten über ihre Sünden und Frechheiten nach. Also lief sie schneller, über den schmalen Steg der Brücke, bis sie das dämmrige Licht einer Fackel sah. Erst jetzt atmete sie langsamer. An jedem Morgen war ihr, als spüre sie den faulen Atem des Waldschrats oder des Teufelsgnoms, wie ihn die anderen nannten, in ihrem Nacken. Einige der Kinder hatten ihn gesehen, doch sie traf so selten die Kinder des Zimmermanns und der anderen Bauern, dass sie stets über andere Dinge sprachen.
Vor dem Bauernhaus blieb sie stehen. Es war viel größer als die Hütte ihrer Eltern, es besaß sogar Steinwände und einen kleinen Stall.
In der Hoffnung, der Bauer habe bessere Laune als zuletzt, trat sie ein.
»Da bist du ja!«, begrüßte sie der kleine, aber stämmige Mann mit dem schütteren Haar schroff. Er saß mit einem Messer in der Hand am Tisch, vor ihm standen Kisten mit Rüben, Kohl, Lauch, Rauke und Pastinake, ein weiteres Messer lag am Tischende. Sie hatten bereits die Tage zuvor das Gemüse aus dem Verschlag geholt und für den Markt zubereitet.
»Setz dich und fang an zu putzen. Es muss zu Sonnenaufgang alles fertig sein. Ich sehe, du bist heute nicht barfuß.«
Das Feuer der Stube wärmte deutlich mehr als das in ihrem Zuhause, zudem wohnte der Bauer in einem Haus, das weder Löcher noch lange offene Schlitze vorwies, durch die Kälte wie Wasser ins Innere strömen konnte. Schon bald froren ihre Füße nicht mehr und als der Bauer ihr eine kleine Rübe anbot, aß sie sie freudig auf.
Sie wusste, was »putzen« bedeutete. Schimmel wurde abgekratzt, schwarze Stellen mit grünen Blättern umbunden, faule Bereiche mit feuchtem Kalk bestrichen, damit die Stelle die Farbe änderte. Es war Ware, die seit Wochen, teilweise seit Monaten in Kisten lagerte und nun auf dem Wintermarkt teurer verkauft wurde. Aufgrund eines Kälteeinbruchs im Spätsommer und Herbst war die Ernte allgemein viel zu schlecht gewesen, deshalb wunderte sich Helena, warum der Bauer überhaupt davon verkaufte.
Seit anderthalb Jahren half sie dem Bauern bis in den Nachmittag hinein und bekam dafür etwas Gemüse, einmal in der Woche ein Säckchen Hafer oder Roggen, niemals aber Geld. Dafür verhungerten sie nicht, was ihrem Vater nach der Gnade Gottes anzurechnen sei. Manchmal vergingen mehrere Tage, ohne dass sie etwas zu essen bekam, Hunger war ein täglicher Begleiter, wie Kälte, Angst und Schmerz.
Nachdem alles Gemüse in den Kisten verstaut war, trug Helena sie auf den hölzernen Handwagen auf dem Hof. Es dämmerte mittlerweile, der wenige Schnee war nass, der kalte Wind kaum mehr zu spüren.
»Lade auch die Mistgabeln und das Werkzeug auf! Aber vorsichtig.«
Helena nickte nur. Sie sprachen nie viel miteinander, aber das störte sie nicht. Wenn der Bauer von den geldgierigen Händlern sprach, den Pfaffen im Kloster Wessobrunn oder den Juden, die angeblich im Markt Weilheim gesehen worden waren, hörte sie nur selten zu. Meist sehnte sie sich zu Mutter zurück oder dachte an den Sommer, wo alles warm und hell war. Nie ohne Sorgen, ohne Hunger und ohne Schelte, aber wenigstens warm.
Als eine der vom Bauern selbst geschnitzten Mistgabeln in den Matsch rutschte, handelte sich Helena eine Ohrfeige ein. Nicht fester als üblich, dennoch glühte ihre Wange und ihr Kopf rauschte. Also nahm sie sich vor, beim nächsten Mal vorsichtiger zu sein.
Der Weg zum Markt war weit. Die meiste Zeit über zog der grobschlächtige Mann den Karren hinter sich her, doch wenn der Weg flach war und der Boden hart, musste Helena ihn übernehmen. Am heutigen Tage gelang es ihr aber nicht, ihn voll beladen über den weichen Grund zu zerren, sie rutschte mehrmals aus und fiel einmal in ein Schlammloch.
»Grundgütiger!«, rief der Bauer, riss sie in die Höhe, gab ihr eine Ohrfeige, wischte aber dann den Dreck von ihrem Kleid. »Die Leute kaufen nicht von einer Schlammbrut. Na ja, ob dein Kleid nun Löcher hat oder es braun ist, macht wohl auch nichts.« Trotzdem schüttelte er sie, reichte ihr einen modrigen Lappen und befahl ihr, sich den Schlamm aus dem Gesicht zu putzen. »Ich ziehe ihn selbst. Wird Zeit, dass du älter und stärker wirst. Oder dass deine Eltern deinen Bruder schicken, aber das dauert ja noch länger! Warum ist nicht er der Erstgeborene? Verdammt.«
Es war später Vormittag, als sie die Felder vor Weilheim erreichten. Auf diesen waren bereits Dutzende Menschen zu sehen, die allerhand auf Decken, Wagen oder dem bloßen Boden feilboten. Einige riefen Preise, Neugierige begutachteten Waren, eine Kutsche durfte an den Wachen vorbei ins Innere des Dorfes fahren. Niemals war Helena in Weilheim gewesen, dem größten Ort, den sie kannte.
Der Bauer grunzte, offenbar hatte er sich erhofft, früher anzukommen, und hielt Helena an, die Kisten schnell abzuladen.
Noch einmal wischte sich Helena Schlamm aus dem Gesicht, dann sah sie ihr Gewand an. Es gab nicht viele Menschen hier, die ähnlich schmutzig wie sie selbst waren. Sie ärgerte sich, zuvor ausgerutscht zu sein, wischte am verblichenen Stoff des Kleides herum, doch der Bauer zog sie zu sich.
»Lass das! Du bist ein Schmutzkind, vielleicht erregst du ja bei den Leuten wenigstens Mitleid. Ich gehe zum Schmied, also, hör zu: Die Gabeln kosten zwei Heller das Stück, das Holzbesteck einen pro Stück. Rüben vier Pfennige pro fünf, der Lattich drei pro Kübel, Kohl zwei pro Kopf und Lauch zehn pro Kübel. Hast du das verstanden?«
Sofort erfolgte eine Ohrfeige, die Helena artig nicken ließ. Er hatte ihr einst erklärt, dass Schläge halfen, sich Dinge merken zu können, und da es Helena nicht anders wusste, ging sie davon aus, nun die Preise nicht mehr zu verwechseln.
Als er weg war, rieb sie sich die Wange.
Um die Kunden durch ihr Äußeres nicht zu vertreiben, wischte sie Strähnen sowie Schmutz aus dem Gesicht und musterte die Menschen. Zwei Männer kamen auf sie zu, schenkten ihre Aufmerksamkeit aber der Frau gegenüber, die Äpfel anbot. Eine Frau und ein Mann gingen an ihr vorüber, die deutlich besser gekleidet waren als die meisten hier, gefolgt von einem Buben, der wohl ihr Sohn war. Neugierig starrte sie auf seine Schuhe, die aus dickem Leder ohne Löcher waren, dazu trug er saubere Beinkleider, das Obergewand schien dick und warm, auf dem Kopf trug er eine Kappe. Ein kurzer Blick auf ihre eigenen Füße offenbarte das dreckige Gewirr einiger Lederstriemen, aus denen Zehen mit viel zu langen Nägeln ragten, eine offene Wunde am Knöchel nässte.
Als sie wieder zu den beiden Erwachsenen sah, schüttelte die Frau gerade den Kopf. »Du bist doch zu jung, um allein hier zu stehen.«
»Der Bauer ist dort vorne. Er kommt bestimmt bald.«
Helena wusste nicht, warum die drei sie so eindringlich ansahen. Die Frau schüttelte ein weiteres Mal ihren Kopf, dann zogen sie weiter. Doch Helena fiel auf, dass die Frau humpelte, und als sie sie musterte, bemerkte sie, dass sie den Rücken zur Seite hin leicht gebeugt hielt. Da waren auch wieder diese Schwaden am Körper der Frau, dunkel, wie Ruß oder Nebel, sie bewegten sich und wechselten manchmal die Farbe. Andere sahen es nicht, nur sie. Voller Schrecken wendete sie im selben Moment den Blick ab. Es war, als höre sie die mahnende Stimme ihrer Mutter, die sie schimpfte, weil sie in andere Menschen hineinsah. WEIL sie in sie hineinblicken und -fühlen konnte. Sie durfte es nicht, Mutter sagte, es sei Teufelswerk, und so sprach sie mit niemandem darüber. Nur Gertrud, die Holzente, wusste, dass sie es trotzdem weiterhin tat.
Als der Bauer zurückkehrte, sah er verwundert auf die Ware. »Noch gar nichts verkauft?«
»Nein, tut mir leid.« Helena befürchtete schon, wieder geohrfeigt zu werden, doch er tat es nicht, sondern griff zu dem Kohl und hob ihn in die Höhe.
»Kohl, frischer Kohl. Nur zwei Pfennige der Kopf. Greift zu.«
Der Bauer rief ausdauernd und lange und als eine Frau etwas Gemüse kaufte, hoffte Helena, es würde so weitergehen. Sie dachte jedoch immer wieder an die Frau mit dem Rückenleiden zurück und als sie abermals die Mahnung ihrer Mutter in sich hörte, hoffte sie, nicht durch einen Blitz aus dem Himmel von Gott bestraft zu werden. Immerhin hatte er dafür gesorgt, dass es am heutigen Tag nicht so kalt und nass wie am Vortag war, also hatte er wohl nicht vor, sie zu strafen.
Bis zum Nachmittag verkauften sie fast alles Gemüse sowie zwei Mistgabeln und zwei Dutzend kleine Holzspieße und -messer. Helena spürte direkt die Erleichterung des Bauern, so würde er sie nicht den ganzen Heimweg über schimpfen und ihr die Schuld am schlechten Geschäft geben.
Da kamen drei Buben auf sie zu. Erfreut lächelte Helena sie an, einer hielt einen Stock mit einer daran angebundenen Schnur in der Hand. Spielten sie etwa damit?
»Du bist eine Schlammbrut!«, rief plötzlich einer von ihnen.
Helena fragte sich, warum sie dies sagten, da warf ein anderer mit feuchtem Matsch nach ihr. Klatschend traf er ihr Kleid, ein weiterer Wurf landete in ihrem Gesicht.
»Du bist dreckig und dumm! Kommst du aus einem Waldloch?«
Gerade, als einer der Buben wieder ausholte, vertrieb sie der Händler mit lautem Geschrei.
»Du siehst wirklich aus wie eine Schlammbrut«, sagte der dicke Mann. »Eine Schande, sich so hinzustellen.«
Helena sagte nichts dazu, rieb über ihr Kleid, verteilte aber dadurch den Schmutz großflächig. Der Mann starrte sie noch lange an, sie dagegen hielt ihren Blick zu Boden.
Zu ihrer Überraschung kam die Familie mit dem Jungen zurück. Die Frau sah schon von Weitem zu ihr und als sie direkt vor ihr standen, wickelte die Frau etwas aus ihrem Beutel.
»Hier«, sagte sie, bevor ihr Blick hart wurde und ihn zum Bauern schwenkte, »iss etwas. Du siehst halb verhungert aus. Heilige Jungfrau Maria.«
Helena wusste nicht, was sie sagen oder tun sollte. Zunächst sah sie zum Bauern, doch als er nicht reagierte, griff sie zu dem Getreidekringel. Sie hatte erst einmal im Leben einen gegessen, ihre Mutter hatte ihn einst mitgebracht, woher auch immer. Noch immer ungläubig sah sie zu der Frau, dann zu dem Jungen, bevor sie ihn fest umschloss.
»Ich kann selbst auf sie achten!«, raunzte der Bauer die Frau an.
Das beste Buch seit sehr langer Zeit.
Ein Epos, eine herzergreifende Geschichte.
Faszinierend, wie fortschrittlich die Heilkunst in Salerno war.
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Zum Anfassen, Verschenken, Verleihen. 580 Seiten. ISBN 978-3-7568-5643-5.


